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Die Welt von oben: MS-Kletterer wollen hoch hinaus

Krankengymnastik ist für Menschen mit chronischen Erkrankungen oder mit Beeinträchtigungen ein beliebtes und hilfreiches Instrument, um die Heilung zu unterstützen, Physiotherapie hilft beim Muskelaufbau und steigert langsam wieder die körperliche Belastbarkeit. Ist dadurch eine gesunde Basis der Mobilität gelegt, werden jedoch bald auch wieder anspruchsvollere Sportarten attraktiv, die neben dem körperlichen Wohlbefinden vor allem das Selbstbewusstsein und somit die psychische Regeneration fördern.

Ein – im wahrsten Wortsinne – herausragendes Beispiel dieser Art ist das therapeutische Klettern, das in der Trägerschaft des Kuratoriums für Prävention und Rehabilitation an der TU München speziell für Menschen angeboten wird, die an Multipler Sklerose erkrankt sind. Das Projekt wurde 2005 von Tobias Käser im Rahmen seiner Diplomarbeit initiiert und fand großen Zuspruch unter den MS-Betroffenen, die sich seither regelmäßig zum Klettern unter sportwissenschaftlicher und medizinischer Betreuung treffen.

MS-Erkrankten fällt es oft schwer, die Beine anzuheben und Druck auf die Füße auszuüben. Was gibt Menschen, die unter Störungen der Bewegungskoordination leiden und sich eigentlich mit festem Boden unter den Füßen am sichersten fühlen müssten, den Mut, in schwindelnde Höhe aufbrechen? … Diese besondere Art von Sport hilft eben gerade dabei, Ängste zu bewältigen, indem sie das Selbstwertgefühl steigert. Wer von ganz oben auf eine perspektivisch verkleinerte Welt im wahrsten Sinne des Wortes herabblickt, der fühlt sich stark, stolz und so mancherlei sorgenvollem Kleinkram entrückt: ein klarer Zugewinn an Lebensqualität.

Der ganze Körper profitiert

Dabei ist es aber nicht nur die Psyche, die von dem Training profitiert, es ist natürlich auch der Körper. Klettern wirkt sich positiv auf die Koordination der Muskulatur aus und fördert Gleichgewichtssinn, Gangsicherheit und Standstabilität. Fertigkeiten, die im ganz normalen Alltag benötigt werden, werden so deutlich verbessert, ohne dass man das nun auf einen konkreten Fortschritt eingrenzen könnte.

Aller Erfahrung nach spürt jeder der Teilnehmer einen individuellen Erfolg, entsprechend seiner eignen gesundheitlichen Problematik, und das genau prädestiniert gerade diesen Sport für den therapeutischen Einsatz bei Multipler Sklerose: Denn nicht nur die positive Wirkung auf den Einzelnen ist sehr individuell, sondern es ist auch sehr einfach, während des Trainings persönliche Leistungsgrenzen einzuhalten. Wem die Puste oder die Lust ausgeht, der gibt den Assistenten ein Zeichen und lässt sich einfach wieder abseilen. Was aber angesichts der hohen Trainingserfolge immer seltener vorkommen dürfte: Sobald Fortschritte spürbar sind, genießen es die Kletterer, sich neue Routen und damit neue Herausforderungen zu suchen.

Eine solche Herausforderung war es etwa, als die Gruppe auf die Idee kam, den gewohnten Kletterturm in der Halle zu verlassen, um sich aufzumachen in die freie Natur. Die Wahl fiel auf das Frauenwasser bei Oberammergau, da die Kletterwand auch mit dem Rollstuhl gut erreichbar ist. Quasi „in der Wildnis“ zu klettern, war für die Gruppe ein vollkommen neues Erlebnis, nicht nur von der Atmosphäre her betrachtet, sondern auch von der Technik des Kletterns. Statt vorgegebener Halterungen in farbiger Markierung gab es hier nur die rauhe Felswand, die ertastet und nach geeigneten Stellen erkundet werden wollte. Bis zu 30 Metern Höhenunterschied wurden teilweise überwunden, ungefähr das Doppelte der gewohnten Tour in der Halle und damit ein fantastischer Erfolg für die Gruppe.

Quelle: BMS 2/11Krankengymnastik ist für Menschen mit chronischen Erkrankungen oder mit Beeinträchtigungen ein beliebtes und hilfreiches Instrument, um die Heilung zu unterstützen, Physiotherapie hilft beim Muskelaufbau und steigert langsam wieder die körperliche Belastbarkeit. Ist dadurch eine gesunde Basis der Mobilität gelegt, werden jedoch bald auch wieder anspruchsvollere Sportarten attraktiv, die neben dem körperlichen Wohlbefinden vor allem das Selbstbewusstsein und somit die psychische Regeneration fördern.

Ein – im wahrsten Wortsinne – herausragendes Beispiel dieser Art ist das therapeutische Klettern, das in der Trägerschaft des Kuratoriums für Prävention und Rehabilitation an der TU München speziell für Menschen angeboten wird, die an Multipler Sklerose erkrankt sind. Das Projekt wurde 2005 von Tobias Käser im Rahmen seiner Diplomarbeit initiiert und fand großen Zuspruch unter den MS-Betroffenen, die sich seither regelmäßig zum Klettern unter sportwissenschaftlicher und medizinischer Betreuung treffen.

MS-Erkrankten fällt es oft schwer, die Beine anzuheben und Druck auf die Füße auszuüben. Was gibt Menschen, die unter Störungen der Bewegungskoordination leiden und sich eigentlich mit festem Boden unter den Füßen am sichersten fühlen müssten, den Mut, in schwindelnde Höhe aufbrechen? … Diese besondere Art von Sport hilft eben gerade dabei, Ängste zu bewältigen, indem sie das Selbstwertgefühl steigert. Wer von ganz oben auf eine perspektivisch verkleinerte Welt im wahrsten Sinne des Wortes herabblickt, der fühlt sich stark, stolz und so mancherlei sorgenvollem Kleinkram entrückt: ein klarer Zugewinn an Lebensqualität.

Der ganze Körper profitiert

Dabei ist es aber nicht nur die Psyche, die von dem Training profitiert, es ist natürlich auch der Körper. Klettern wirkt sich positiv auf die Koordination der Muskulatur aus und fördert Gleichgewichtssinn, Gangsicherheit und Standstabilität. Fertigkeiten, die im ganz normalen Alltag benötigt werden, werden so deutlich verbessert, ohne dass man das nun auf einen konkreten Fortschritt eingrenzen könnte.

Aller Erfahrung nach spürt jeder der Teilnehmer einen individuellen Erfolg, entsprechend seiner eignen gesundheitlichen Problematik, und das genau prädestiniert gerade diesen Sport für den therapeutischen Einsatz bei Multipler Sklerose: Denn nicht nur die positive Wirkung auf den Einzelnen ist sehr individuell, sondern es ist auch sehr einfach, während des Trainings persönliche Leistungsgrenzen einzuhalten. Wem die Puste oder die Lust ausgeht, der gibt den Assistenten ein Zeichen und lässt sich einfach wieder abseilen. Was aber angesichts der hohen Trainingserfolge immer seltener vorkommen dürfte: Sobald Fortschritte spürbar sind, genießen es die Kletterer, sich neue Routen und damit neue Herausforderungen zu suchen.

Eine solche Herausforderung war es etwa, als die Gruppe auf die Idee kam, den gewohnten Kletterturm in der Halle zu verlassen, um sich aufzumachen in die freie Natur. Die Wahl fiel auf das Frauenwasser bei Oberammergau, da die Kletterwand auch mit dem Rollstuhl gut erreichbar ist. Quasi „in der Wildnis“ zu klettern, war für die Gruppe ein vollkommen neues Erlebnis, nicht nur von der Atmosphäre her betrachtet, sondern auch von der Technik des Kletterns. Statt vorgegebener Halterungen in farbiger Markierung gab es hier nur die rauhe Felswand, die ertastet und nach geeigneten Stellen erkundet werden wollte. Bis zu 30 Metern Höhenunterschied wurden teilweise überwunden, ungefähr das Doppelte der gewohnten Tour in der Halle und damit ein fantastischer Erfolg für die Gruppe.

Quelle: BMS 2/11

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