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Hippotherapie bei MS

Therapeutisches Reiten für MS-Patienten hat vermutlich eine positive Wirkung auf Spastik, Fatigue und Gleichgewichtsstörungen. Das legen die Ergebnisse der Studie MS-Hippo nahe.

An der Studie nahmen 70 erwachsene MS-Patientinnen und -Patienten teil. Voraussetzung für die Teilnahme waren Spastik in den Beinen und ein Behinderungsgrad zwischen 4 und 6,5 auf der EDSS-Skala (Expanded Disability Status Scale). Die 70 Teilnehmer der Studie wurden in zwei Gruppen aufgeteilt – in eine Kontrollgruppe, in der die MS-Behandlung wie gewohnt fortgeführt wurde, und eine Gruppe, die zusätzlich zur MS-Therapie einmal wöchentlich in einem auf therapeutisches Reiten ausgerichteten Zentrum an einer Hippotherapie teilnahm.

Es zeigte sich, dass sich bei der Gruppe von Patienten, bei denen die Hippotherapie durchgeführt wurde, sowohl die Gleichgewichtsstörungen als auch Spastik und die Fatigue-Symptome verringerten – und zwar im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich. Aus dieser Tatsache leiten die Autoren der Studie ab, dass MS-Patienten von einer Hippotherapie profitieren. Allerdings ist die Teilnehmerzahl zu klein, um abschließende Aussagen zu treffen.

Bei der Hippotherapie wird das Pferd, auf dem der Patient sitzt, im Schritt durch die Halle oder das für die Hippotherapie ausgewählte Gelände geführt. Ein Physiotherapeut begleitet den Ritt und gibt Anweisungen, z. B. welche Haltung der Patient einnehmen soll. Er ist während der Therapiestunde ausschließlich auf den Patienten konzentriert. Die Schwingungen des Pferdes übertragen sich während des Reitens auf den Patienten, fördern das Gleichgewicht und regen die Muskulatur an.

MS-Patienten, die Interesse an einer Hippotherapie haben, sollten sich an das nächstgelegene Zentrum für Therapeutisches Reiten wenden. Da eine Hippotherapie bislang keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen ist, müssen von MS Betroffene die Kosten für die Therapiestunden selbst tragen. Allerdings besteht die Möglichkeit, bei der Krankenkasse einen Antrag zu stellen, dass sie einen Teil der Kosten übernimmt.

Quelle: Befund MS 3/2019

22.04.2020
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