Multiple Sklerose (MS) ist eine Erkrankung des Zentralnervensystems. Das Zentralnervensystem (ZNS) des Menschen ist für die Koordination von Bewegungsabläufen und die Integration von äußerlichen und innerlichen Reizen zuständig.
Viele MS-Patienten leiden an einer Spastik (gr. spasmos: Krampf; erhöhter Muskeltonus, verursacht durch eine Störung der Nervenleitung vom Gehirn zu den Extremitäten; oft einhergehend mit Schwäche der Muskeln). Es empfiehlt sich in diesem Fall eine regelmäßig durchgeführte Physiotherapie (Krankengymnastik).
Ggf. kann diese durch die Gabe von Medikamenten wie Dantrolen, Baclofen und Gabapentin ergänzt werden. Das neurotoxische Protein Botulinum-Toxin kann z. B. eingesetzt werden, wenn nur einzelne Muskeln bzw. Muskelgruppen von der Spastik betroffen sind. Die Behandlung von Ataxie (gestörte Bewegungskoordination) und Tremor (Zittern) und damit verbundener Störungen der Feinmotorik stellt sich im Unterschied zur Behandlung anderer MS-Symptome schwieriger dar. So zeigen z. B. Krankengymnastik und Ergotherapie eher wenig Erfolg.
Dagegen können manche Betroffene mit kalten Bädern und Cold Packs – wenn auch nur vorübergehend – gute Resultate erzielen. Je nach Intensität der auftretenden Störungen kann der behandelnde Neurologe auch Antikonvulsiva und andere zentral wirkende Medikamente, aber auch Betarezeptorenblocker verordnen.
msf
Aus dem Ratgeber MS 2009